So feierten die Voerder ihren Straßenkarneval

NRZ / 12.02.2018 / Ann-Christin Fürbach

Die Besucher freuen sich über Kamelle, die vom Wagen regnet. Von den Regentropfen vom Himmel ließen sie sich nicht die Laune verderben.

Foto: Markus Joosten

Voerde.  Fantastische Wesen, farbige Hingucker und große Tiere aus längst vergangener Zeit: Wagengruppen und Besucher bewiesen in Voerde ihre Kreativität.

 

Dirk Grah, beim 1. Voerder Karnevalsverein (VKV) für das Marketing zuständig, trägt einen knallroten Hut, auf seinem bunten Hemd prangen zahlreiche Clownsgesichter. Er streckt beide Arme empor: „Helaauauuuu“, ruft er voller Energie und nimmt Blickkontakt mit den Narren entlang der Zugstrecke auf, damit es gezielt Kamelle regnen kann. Wer 25 Jahre lang auf einem Wagen den Tulpensonntagszug begleitet, der hat einige Tipps parat: „Wenn der Wagen zum Stehen kommt, keine Kamelle werfen, um zu sparen“, sagt er. „Und den Leuten in die Augen gucken, bevor man wirft.“

 

Leider regnet es an diesem Tag nicht nur Kamelle vom Wagen, sondern zwischenzeitlich auch nasse Tropfen vom Himmel. Das Wetter meint es mit den Narren nicht ganz so gut wie noch drei Tage zuvor an Altweiber. Aber davon lassen sie sich hier nicht abschrecken: „Auch das bisschen Regen macht uns nichts“, ruft es aus dem Mikrofon. „Voerde – helau, Ihr an der Zugstrecke – helau.“ So schlängelt sich der närrische Lindwurm mit seinen 34 Gruppen durch die Voerder Straßen.

 

Viel Kreativität bei Kostümierung

 

Vorbei geht es an den bunt kostümierten Narren: Eine Fußgruppe Musketiere ist dabei; zwei Paradiesvögel – mit strahlenden lilafarbenen und blauen Federn – sind kaum zu übersehen, ebenso wenig wie der große Tyrannosaurus, der mit seinem langen Hals nur gerade so eben unter der Bahn-Unterführung stehen kann. Und nicht zu vergessen die kleinen Narren – im Spiderman-Kostüm, als FBI-Agent, Löwen, Indianer, Cowboys oder Ritter sind sie zu entdecken. Besonders stark vertreten sind natürlich die fantastischen Einhörner.

 

Als Ken-Figuren verkleidete sich diese Gruppe. Die Besucher des Voerder Tulpensonntagszuges waren wieder kreativ bei ihrer Kostümierung. 
Foto: Markus Joosten
 

 

So strecken sie ihre noch leeren oder teils schon gefüllten Tüten in Richtung Wagen-Kolonne, rufen „Helau“, winken hinauf zum Wagen und suchen sehnsüchtig den Blick der Kamellewerfer. Rund 18 Personen sind auf dem Elferratswagen des VKV damit beschäftigt, ihrem Wunsch gerecht zu werden. Für mehrere tausend Euro hat der VKV Wurfmaterial zur Verfügung, rund 20 000 Artikel sind es, schätzt Dirk Grah. Der große Spaß, den die Kinder haben, wenn der Zug vorbei fährt – das ist ein Grund, warum er jedes Jahr wieder oben auf dem Wagen steht. „Für sie ist es das Highlight, du musst ihnen nur in die Augen schauen.“ Und so gehen Energie und Enthusiasmus in seiner Stimme auch nicht verloren.

Jecken in Voerde trotzten beim Karnevalszug dem Wetter

NRZ / 12.02.2018 / Petra Keßler

Foto: Markus Joosten

Das Voerder Stadtprinzenpaar Markus I. und Marie I. fuhr auf dem Wagen der Pinguine des 1. Dinslakener Narrenkomitees

Voerde. Tausende kamen zum Tulpensonntagszug in die Voerder Innenstadt. Das mäßige Wetter konnte weder Teilnehmern noch Besuchern etwas anhaben.

 

Da, unglaublich, die Sonne lugt hinter den Wolken hervor! Es ist wenige Minuten nach 11.11 Uhr – kurz nach dem Start des Tulpensonntagszuges scheint es so, als hätte Petrus ein Einsehen mit den jecken Besuchern und den jecken Aktiven auf der Straße und auf den Wagen. Doch nichts da, der Lichtblick ist nur von kurzer Dauer.

 

Etwa eine Viertelstunde später lässt er Regen auf die kleinen und großen Närrinnen und Narren prasseln. Doch die lassen sich davon die Stimmung nicht vermiesen. Ein Buswartehäuschen bietet Besuchern Schutz. Wandelnde Bettgarnituren mit ganz spezieller Rückseite haben sich ihre Wärmekissen gleich mitgebracht.

 

Regen? Na und! Das kann einen echten Jecken nicht erschüttern.

Foto: Markus Joosten

 

Bewegung ist Trumpf

 

Gegen die nasse Kälte wird angeschunkelt und angetanzt. Dafür gibt es nicht nur aus der Konserve gehörig was auf die Ohren – verschiedene live und in Farbe tonan-gebende Gruppen laufen bei Wind und Wetter mit. Die kunterbunten Clowns der KAB treten auf ihrem riesigen Fahrrad gemeinsam gegen die Kälte in die Pedale.

 

Die Gelb-Grünen legen eine flotte Sohle auf die Fahrbahn, denn, ob alt oder jung, die SV 08/29 bringt „alle in Schwung“. Und auch die Fußgruppe der Tanzschule Rautenberg weiß, was gegen winterliche Temperaturen hilft. Der Sport ist auch inhaltlich ein Thema. Da macht der 1. KV Jeck in Hünx’ auf seinem Wagen ganz unmissverständlich seine Position zur aktuellen Diskussion zu Hause klar: „Ob Asche, Rasen oder Stein – in Bruckhausen soll ein Sportplatz sein.“

 

An der Zugstrecke stehen unzählige kleine und große Jecken und jubeln den Teilnehmern zu. Vor dem Ärztehaus an der Bahnhofstraße sitzen – in Decken gehüllt – einige Bewohner des nahe gelegenen Awo-Seniorenzentrums „Altes Rathaus“ und schauen dem vorbeiziehenden Jecken-Tross zu.

 

Darunter wiederum sind auch wilde Wikinger: Die „Rasselbande“ kommt aus Möllen. Zum fünften Mal ist der Freundeskreis beim Zug dabei, wie Stefan Hentschel erzählt. Er lobt den guten Zusammenhalt in Voerde und, dass der Karnevalszug trotz der nur noch alle zwei Jahre gewährten finanziellen Unterstützung der Stadt dank Sponsoren und Vereinen „immer zustande“ komme.

 

Viele Vereine aus der Nachbarschaft vertreten

 

Auch aus der Nachbarschaft sind wieder viele Teilnehmer vertreten: Die Karnevalsfreunde Walsum laufen als Schotten mit Ziehwagen mit, die KKG Wehofen bleibt auch bei fehlender Zeche im Revier „trotzdem hier“, derweil die Dinslakener KG Rot-Gold bei „44 Jahren Narretei das Rittertor stets“ dabei hat und mit Krokodil, Clowns, Fledermaus und noch mehr Kostümierten auf dem Wagen unterwegs ist. Der DKV Blau-Weiß Dinslaken schwebt in anderen Sphären: Nicht nur im Traum fliegt er „durch Zeit und Raum“. Auch die KG „We sind wer dor“ ist mit von der Partie und der HCC aus Hiesfeld ebenfalls.

 

Das Voerder Stadtprinzenpaar Markus I. und Marie I. vom MGV „Eintracht“ Spellen wird vom Express der Pinguine des 1. Dinslakener Narrenkomitees durch die Stadt chauffiert. Das nennt man närrische Nachbarschaftshilfe!

 

Der VKV auf dem Elferratswagen (Foto: Markus Joosten)

 

Bürgermeister und Kämmerin in ungewohnter Rolle

 

Der Veranstalter, der 1. Voerder Karnevalsverein (VKV), ist mit Elferrats- und Senatorenwagen auf Tour. Letzterer bildet das Ende des närrischen Lindwurms und hat unter anderem Dirk Haarmann und Simone Kaspar mit an Bord. Eine ungewohnte Rolle kommt ihnen an diesem Tag zu: Bürgermeister und Kämmerin können mal aus dem Vollen schöpfen und viele gute Gaben unters Volk bringen...

Info: Polizei zieht Bilanz: 16 Strafanzeigen

 

  • Rettungsdienst und Polizei hätten kaum Einsätze gehabt, äußerte sich Stefan Schmitz, stellvertretender VKV-Vorsitzender, kurz nach Ende des Zuges zufrieden mit dem Ablauf. Nach der Zugauflösung ging es mit dem Straßenkarneval weiter.

     

  • Die Kreispolizei zog dann am frühen Abend folgende Bilanz: Die Beamten nahmen 13 Personen in Gewahrsam. Weiterhin sprachen die Polizisten in 15 Fällen Platzverweise aus und fertigten Strafanzeigen wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (2), wegen Körperverletzung (6), Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte (3), Beleidigungen (3) und Sachbeschädigung (1). In einem Fall wurde die Polizei nach Äußerung einer rechtsradikalen Parole tätig.

     

  • Für die Tulpensonntagszüge im Kreis Wesel lautet die Gesamtbilanz der Polizei: „Wir haben heute weitgehend friedliche und ruhige Umzüge erlebt. Unser mit den Kommunen abgestimmtes Konzept mit erhöhter Polizeipräsenz, Verstärkung der Ordnungsdienste und zusätzlicher Absicherung der Wegstrecke hat auch dieses Mal wieder ein hohes Maß an Sicherheit geboten“, erklärt Polizeirat Jörg Weßels.

Jecke Feierlaune trotz Kälte und Regenfällen

Rheinische Post / 12.02.2018 / Florian Langhoff

Fotos: So schön war der Tulpensonntagszug in Voerde
 

Fotos: So schön war der Tulpensonntagszug in Voerde

FOTO: Martin Büttner

Voerde. Obwohl das Wetter nicht so ganz mitspielen wollte, wurde beim Tulpensonntagszug in Voerde ordentlich gefeiert. Tausende verkleideter Narren jubelten den vorbeiziehenden Wagen und Fußgruppen zu und feierten den Höhepunkt der fünften Jahreszeit. Die Polizei hatte viel zu tun.
 

Bevor der Zug losgeht, wird auf dem Elferratswagen des Voerder Karnevalvereins (VKV) schon ordentlich gefeiert. Die närrische Spitze des Vereins tanzt sich schon mal warm und jubelt den Jecken zu, die sich noch auf dem Weg zur Zugstrecke befinden.

 

"Die Sonne kommt später raus", ruft Holger Bettger von der Zugleitung des VKV, der auf dem ersten Wagen des Zuges mit Partymusik für Stimmung sorgt. Um Punkt 11.11 Uhr setzen sich die Wagen auf der Allee am Wasserschloss Haus Voerde in Bewegung und der Zug rollt in Richtung Voerder Innenstadt.

 

Zuerst vorbei an einigen anderen Karnevalswagen, die auf der Frankfurter Straße auf den Beginn des Zuges warten, wobei sich die Jecken gegenseitig mit einem kräftigen "Helau" begrüßen und schließlich in die Bahnhofstraße, die gesäumt ist von verkleideten Jecken.

 

Die Fantasie der am Straßenrand stehenden kennt dabei kaum Grenzen. Cowboys und Indianer sind auf dem Zug ebenso unterwegs wie Weltraumkrieger, Zauberer, fantastische Tierwesen und flauschig aussehende Giraffen, Affen und kleine Krokodile. Dabei sind die Tierkostüme bei den feiernden Jecken im Trend. Kein Wunder, bietet die fellartige Außenschicht der Kostüme doch etwas Schutz vor der Kälte. Zudem lassen sich unter den meist einteiligen Kostümen diverse Kleidungsschichten verbergen, so dass die Jecken und Möhnen nicht frieren müssen.

 

Auch bei den kleinen Besuchern des Zuges sind oft Tierkostüme die erste Wahl und so buhlen kleine Krokodile und Affen mit kleinen Einhörnern um die Kamelle. Die lassen die Jecken natürlich nur zu gerne auf das verkleidete Narrenvolk nieder-regnen. Bonbons, Schokoriegel, Chips- und Popcorntüten und manchmal ganze Pralinenschachteln fliegen im hohen Bogen durch die Luft.

 

Wann immer die Wagen des Zuges kurz anhalten, lockt Dirk Grah vom VKV-Vorstand mit Süßigkeiten die Jecken neben dem Wagen. Er deutet einen Wurf an, wartet, bis die Jecken jubeln und lässt dann Süßigkeiten auf große und kleine Zugbesucher regnen. "Das macht immer wieder Spaß", sagt er.

 

Den haben auch die Besucher entlang der Zugstrecke, obwohl sie zwischenzeitlich eine nasse Abkühlung von oben bekommen. "Das bisschen Regen macht uns doch nichts aus", ruft Holger Bettger. "Wenn euch kalt ist, tanzt einfach eine Runde mit."

Und das machen zumindest einige der Jecken an der Zugstrecke gerne. Doch die haben auch Glück. Denn es hört auf zu regnen und die Sonne kommt wieder hinter den Wolken hervor.

 

So erleben die Jecken an der Zugstrecke dann doch noch einen relativ trockenen Karnevalszug, bei dem als Wikingerschiffe gestaltete Wagen, fahnenwerfende Fußgruppen und die tanzende Truppe der Tanzschule Rautenberg an ihnen vorbeiziehen. Professoren, Hexen und Dinosaurier jubeln ihnen dabei vom Straßenrand aus zu und werfen mit süßem Wurfmaterial belohnt.

 

Am Ziel des Zuges, dem Kreisverkehr an der Bahnhofstraße, erwartet Stefan Schmitz, Zugleiter des Voerder Karnevalvereins, seines Zeichens auch der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, die Wagen und Zuggruppen. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Zug", sagt er. "Trotz des Wetters waren noch sehr viele Menschen an der Strecke. Ich denke, wir können uns nicht beschweren."

 

Voerde. Nur 25 000 Jecke kamen zum Voerder Tulpensonntagszug. Zum Glück blieb aber auch der Regen fern. Polizeikräfte sahen eine weitgehend friedliche Veranstaltung.

Bedenkt man, dass der Voerder Karnevalszug 2016 noch vor wenigen Monaten abgeblasen werden sollte, können sich heute die Beteiligten, allen voran der 1. Voerder Karnevalsverein (VKV), auf die Schulter klopfen. Und selbst der für gestern angedrohte Regen fiel aus. Laut Polizei besuchten allerdings nur etwa 25 000 Zuschauer den Tulpensonntagszug in Voerde, feierten dafür aber ausgelassen und weitgehend friedlich. 2015 hatten die Ordnungskräfte noch rund 40 000 Narren gezählt.

Auch wenn nicht ganz so viele Jecken den Weg nach Voerde fanden, waren die Straßen entlang der Fahrtroute von Minions-Familien, Piraten, Häschen und allerhand Fantasiegestalten gesäumt. Alexander Tobolik alias Elvis Presley, der seit 9 Uhr morgens mit Freunden an der Steinstraße ausharrte, erklärte, worum es beim närrischen Treiben am Tulpensonntag geht: „Das, was den Voerder Karneval ausmacht, ist die Gemeinschaft, verkleidet zu sein und Spaß zu haben.“ Er machte aber auch deutlich, dass der Karnevalszug einfach zu Voerde gehört: „Die Tradition des Voerder Karnevals muss beibehalten und weitergelebt werden.“ Der närrische Lindwurm ließ indes etwas auf sich warten und verschlief den Start um 11.11 Uhr. Allzu lange mussten die Karnevalisten dann aber nicht auf den Kamelle- und Konfettiregen vertröstet werden. Angeführt vom Elferrat des VKV rollte der Zug von der Bahnhofstraße Richtung Innenstadt. Am Rathaus entlang ging es über die Friedrichsfelder Straße ins Epizentrum der Narretei.

Die Self-Made-Karnevalisten der KG Rot-Gold Dinslakener Altstadt mit spanisch-andalusischem Anstrich, die fleißigen Narren vom HCC, die Blau-weißen in der rollenden Dinslakener Burg oder der 1. KV Jeck in Hünx’ und über 30 weitere Gruppen - sie alle ließen den Tulpensonntag nicht nur für Kinder zum Höhepunkt der Karnevalszeit werden. Den Abschluss des Zuges bildete der Senatoren-Wagen, von dem aus die Bürgermeister Dirk Haarmann und Michael Heidinger das Volk mit Kamelle versorgten.

An der Bahnhofstraße, wo es im Vergleich zum Kreisverkehr an der Friedrichsfelder Straße ruhig zuging, hatten sich die Charaktere der Sesamstraße zu einem Umtrunk zusammengefunden. Samson, der eigentlich Florian Römer heißt, klärte die Zusammenkunft der Kinderseriencharaktere sogleich auf: „Wir kommen aus Voerde, sind inzwischen aber weggezogen und kommen einmal im Jahr an Karneval zusammen.“

In den vergangenen Jahren haben sich die Freunde schon als Charaktere der Rocky Horror Picture Show, als graue Herren aus dem Buch „Momo“ und als Piraten in ihrer Heimatstadt eingefunden. „Wir sind jedes Jahr begeistert dabei.“

Nachdem der närrische Lindwurm an der Ringstraße sein diesjähriges Ende fand, ging das bunte Treiben der Jecken in den Straßenkarneval über. Dabei wurde noch bis in den Abend hinein die fünfte Jahreszeit gefeiert, und dass Voerde auch 2016 wieder einen eigenen Karnevalszug hatte.
22 Platzverweise und 18 Strafanzeigen

Die Polizei musste 23 Personen zur Ausnüchterung in Gewahrsam nehmen, eine Person festnehmen, 22 Platzverweise aussprechen. Es gab 18 Strafanzeigen wegen Körperverletzung, Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie wegen Diebstahls und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Weniger Narren, tolle Stimmung | NRZ.de - Lesen Sie mehr auf:
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Beste Stimmung bei den Jecken trotz Regen

Lokalkompass Dinslaken / 08.02.2018 / Lisa Peltzer

Fotoserie Lokalkompass Dinslaken: Marie Hilterhaus

Trotz des durchwachsenen Wetters ließen sich die Narren den Spaß am Tulpensonntagszug durch die Innenstadt in Voerde nicht nehmen. Sie feierten friedlich und ausgelassen, grölten lautstark Klassiker mit und sammelten Kamelle, was die Beutel hergaben.


Der närrische Lindwurm mit insgesamt 35 Gruppen, davon 19 Lastwagen, und rund 100 Teilnehmern startete an der Frankfurter Straße und setzte sich Richtung Allee in Bewegung. Weiter ging es über Bahnhofstraße, Im Osterfeld, Teichacker, Friedrichsfelder Straße, Steinstraße bis Bahnhofstraße und Ringstraße.

 

Im dortigen Kreuzungsbereich endete der Zug und wurde weiter Straßenkarneval gefeiert. Mit dabei waren neben dem Voerder Prinzenpaar Marie I. und Markus I. unter anderem auch das Dinslakener Stadtprinzenpaar Sabine I. und Hartmut I., das Dinslakener Kinderprinzenpaar Prinz Maximilian I. und Prinzessin Shakira I. sowie die Lieblichkeit der Stadt Dinslaken, Ulrike I.

 

Meist gesehenes Kostüm: das Einhorn, egal ob bei Groß oder bei Klein. Aber auch die Minions standen hoch im Kurs oder aber der Polizist und der Feuerwehrmann.

 

Sessionsmotto in Voerde: "Es würde in der Welt viel Besseres passieren - wenn die Jecken statt der Narren regieren"

 

Mit dem Lindwurm durch Voerde nahm der Karneval seinen Höhepunkt der Session 2017/2018. In den kommenden Tagen werden allerorts die Hoppeditze beerdigt und verbrannt. Langeweile kommt bei den Karnevalisten trotzdem nicht auf, die Vorbereitungen für die nächste Saison dürften schon in Kürze starten.

 
Die jecke Ecke im Niederrhein-Anzeiger vom 14.02.2018

Straßenkarneval 2018 in Voerde

Voerder Monatszeitung "Der Voerderer" / Februar 2018

Der Voerder Karnevalszug verlief störungsfrei durch die Straßen der Innenstadt. Die ca. 30 bis 40 Tausend Narren feierten ausgelassen und friedlich Karneval und sammelten reichlich "Kamelle", die auch in diesem Jahr wieder großzügig von den Besatzungen der buntgeschmückten Motivwagen in die Menge geworfen wurden. Dass der Karnevalszug auch in diesem Jahr wieder durch unsere Innenstadt zog, war den reichlich vorhandenen Sponsoren zu vedanken, die den VKV unterstützten.

Text: Klaus-Dieter Steinmann / Heinz Boß

Vorbei, die Zeit des Feierns (Ingrid Hassmann)

Karnevalisten fieberten der Zeit entgegen

an dem sie sich wieder zum "Zoch" hinbewegen.

Alle Macht zu den tollen Tagen

bündelten die Jecken auf ihren Wagen,

wenn sie lautstark mit "Helau"

grüßten Kinder, Mann und Frau.

 

Viele Tütchen mit Kamelle

wechselten die Besitzer schnelle.

Kostümiert und angemalt -

ein jeder lacht, ein jeder strahlt.

Prinzessin zu sein für einen Tag

den kleinen Mädchen gefallen mag.

Indianer sieht man und wilde Tiere,

auf dass in der Kälte niemand friere.

 

Nicht abhalten ließen sich Bakterien und Viren

heftig mitzufeiern in den Quartieren.

Nach Karneval schmerzten alle Glieder,

denn Krankheit fiel auf die Erde nieder.

Sämtliche Knochen taten plötzlich weh -

vom Kopfe bis zum großen Zeh.

 

Anstatt zu anzen, zu feiern, zu bützen,

sollt' man sich nun vor Erkältung schützen.

Wär' schön, wenn's endlich Frühlung würd',

der farbenfroh uns dann mit Wärme verführt.