Voerder Asterixdorf-Jecken regieren auch bei Dauerregen...

Bilder und Berichte vom Voerder Karnevalszug (23.02.2020)

Der Karnevalszug 2020 wird in die Vereinsgeschichte eingehen: die Wetterprognosen für den Karnevalssonntag waren alles andere als erfreulich. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Sturm am Nachmittag und heftigem Dauerregen für den gesamten Sonntag. Nach Auswertung verschiedener Profi-Wetterkarten haben sich die tapferen Voerder Karnevalisten entschlossen, den Karnevalszug unter veränderten Rahmenbedingungen eine halbe Stunde eher zu starten, den Zug-Aufstellungsort in die Bahnhofstraße zu verlegen und die Zugstrecke im Bereich hinter der kleinen Heide zusätzlich abzusichern.

 

Diese Entscheidung trafen die VKV-Verantwortlichen einvernehmlich mit den Vertretern von Polizei, Feuerwehr, DRK und den Genehmigungsbehörden. Die Information, dass der Karnevalszug bereits um 10:44 Uhr startet, verbreitete sich über Facebook und die anderen sozialen Medien in rasender Geschwindigkeit. 

 

Völlig durchnässt, aber vom Sturm verschont und somit wohlbehalten feierte der VKV mit vielen tausend Besuchern den Höhepunkt der fünften Jahreszeit - bei einem wirklich außergewöhnlichen Karnevalszug, in den sich 40 Zuggruppen eingereiht haben. Nachdem der närrische Lindwurm den Auflösungspunkt erreicht hat, machten sich die meisten Gäste auf den Heimweg. Einige vom Regenwetter völlig unbeeindruckte Jecken ließen den Nachmittag beim Straßenkarneval oder in den Gaststätten ausklingen. 

 

Trotz widriger Wetterbedingungen - Voerder Karnevalisten ziehen bei jedem Wetter durch Voerde und rüsten sich wie die Lebenshilfe Dinslaken mit Booten aus (Foto: Dunja Vogel / Niederrhein-Anzeiger)

 

Offensichtlich war der Voerder Karnevalszug einer der wenigen Karnevalszüge, die am Tulpensonntag 2020 überhaupt noch stattgefunden haben. Angsichts der Tatsache, dass die meisten Karnevalszüge nachmittags geplant waren und manche Zugstrecken bei Sturm wesentlich mehr Gefahrenpotential bieten als in Voerde, haben nahezu alle Karnevalsvereine ihre Züge abgesagt oder Nachholtermine angekündigt. Insofern sah sich die NRZ am darauffolgenden Rosenmontag veranlasst, unser Voerde als gallisches Asterixdorf zu bezeichnen - eine kleine, Widerstand leistende närrische Siedlung am Niederrhein, die sich auch von widrigsten Wetterbedingungen nicht abschrecken lässt. 

 

Um das Ganze zu relativieren: wäre der Voerder Karnevalszug regulär am Nachmittag geplant gewesen, wären auch die VKV-Verantwortlichen kein Risiko eingegangen und hätten ebenfalls den Voerder Karnevalszug nicht stattfinden lassen.

 

Wenige Wochen später legte dann die Corona-Pandemie das gesellschaftliche Leben nahezu komplett auf Eis. Insbesondere unter diesen außergewöhnlichen Umständen können sich die Voerder Karnevalisten wohl glücklich schätzen, dass überhaupt noch gefeiert werden konnte und keine unserer VKV-Veranstaltungen in Mitleidenschaft gezogen worden sind...

 

Dreimal Voerde Helau im Dauerregen - Foto: Dunja Vogel (Niederrhein-Anzeiger / Lokalkompass Dinslaken)
Der VKV ließ für das Tambourkorps Voerde auch Kamelle & Konfetti regnen - Foto: Dunja Vogel (Lokalkompass Dinslaken/ Niederrhein-Anzeiger)

Wie auch im letzten Jahr waren die Zuschauer wieder sehr kreativ, als sie sich mit ihrer eigenen persönlichen Schutzausrüstung gegen die widrigen Wetterbedingungen gestellt haben. Hoch im Kurs standen flauschige Fellkostüme, Regenschutzkleidung, Ponchos, Kopfbedeckungen und Schirme. Mit Laserschwertern und FBI-Uniformen waren vor allem die kleinen Jecken gut gegen den Regen gerüstet. Gut abgeschirmt waren auch die Zuggruppen - zumindest die Mottowagen waren mit einer Überdachung unterwegs.

 

Erstmalig in diesem Jahr nahm die Zumba-Tanzgruppe von Christiane Cocca beim Voerder Karnevalszug teil. Sie boten - ebenso wie die Spendengelder sammelnden Panzerknacker dem Dauerregen die Stirn und stimmten die Besucher auf die vielen anderen Zuggruppen ein. Egal ob als Fußgruppe oder auf dem Mottowagen - nachdem alle Zugteilnehmer den Auflösungspunkt erreicht haben, konnten sie sich - wie viele andere Besucher auch - unterstellen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten noch ein wenig in den Straßenkarneval begeben.  

 

Seit mehreren Jahren haben sich einige Treffpunkte als Anlaufstellen für den geselligen Ausklang etabliert. Auf der Karnevalsmeile rund um Sankt Paulus hat sich das traditionell orientierte Publikum einen gemütlichen Karnevalsnachmittag gemacht.

 

Wer sich mit etwas mehr Action anfreunden wollte, war bei der Hinnemann-Party und an der Kleinen Heide bestens aufgehoben.

 

Bunt und fröhlich - so feierten die Zuggruppen in Voerde. Foto: Peter Frömmel (Fotostudio Frömmel)

 

Der Voerder Karnevalsverein hat dort bei der „KG We sind wer dor“ eingecheckt und sich zur Belohnung für arbeitsreiche Monate das Animationsprogramm von Anja Kebaier gegönnt, das vorzeitig auf Grund der Wetterbedingungen um 15:00 Uhr endete. Zumindest in den wind- und wettergeschützten Gaststätten-Räumen endete der Karneval erst in den späten Abendstunden. Endlich hatten auch die Veranstalter die Gelegenheit, einen wirkllich außergewöhnlichen Karnevalszug der Session 2019/2020 Revue passieren zu lassen.

 

Ein Riesenkompliment geht an alle Besucher und Zuggruppen, die sich von den äußerst widrigen Wetterbedingungen nicht haben irritieren lassen und trotzdem mit dem VKV ein paar schöne, gesellige Stunden verbracht haben. Pro Person ist sicherlich wesentlich mehr Wurfmaterial gesammelt geworden. Viele Zuschauer entlang der Zugstrecke haben sich beim VKV dafür bedankt, dass der Karnevalszug nicht abgesagt worden ist. Nicht zu vergessen: auch die Polizei und die Ersthelfer hatten eine ruhige Schicht zu verzeichnen, ohne dass es irgendwelche nennenswerte Vorkomnisse gab.

 

Neben den Sicherheitsaspekten möchte der VKV auch die Zuggruppen in das Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Viele Zugteilnehmer, Gruppen und Prinzenpaare halten dem VKV seit Jahren die Treue. Sie gestalten regelmäßig ihre Karnevalswagen um oder schlüpfen in neue Kostüme, um neue Akzente zu setzen. Vielen Dank dafür! Unser herzliches Dankeschön geht auch an die Polizeikräfte, die wiederum an der Spitze des Karnevalszuges Präsenz gezeigt haben.

 

Völlig durchnäßt, aber glücklich: Voerder Karnevalisten nach dem Karnevalszug - Foto: Dirk Grah
Volle Fahrt voraus für die KAB St. Paulus - Foto: Peter Frömmel (Fotostudio Frömmel)

 

Zum vierten Mal in Folge mischte sich die Lebenshilfe aus Dinslaken unter Leitung von Margot Stieler in das Teilnehmerfeld. Als Schlümpfe verkleidet meisterte die sechszig Personen starke Fußgruppe mit Bravour ihre Tour durch die Voerder Innenstadt. Genau wie beim Verein Gänseblümchen Voerde e.V. ermöglicht der VKV auch denjenigen Menschen einen unbeschwerten Nachmittag, die sich caritativ engagieren. 

 

Wieder mit dabei: die Tanzschule Rautenberg, die sich als Barbies und Kens perfekt gegen den Dauerregen gestemmt haben. Mit rund 50 Teilnehmern ging die Weltgen-Gruppe vom SV 08/29 Friedrichsfeld an den Start. Offensichtlich ist Cordula Grün immer noch passend zum grün-gelben Style des Vereins als Mitglied gelistet und zog mit ihrer Tanzdarbietung die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich.

 

Die Zuggruppe Tender Rock am See schickte wieder einmal eine Band auf die Reise. Bis zum Ende der Zugstrecke sorgten die "Jukebox Heroes" als Voerder Local Heroes für allerbeste Unterhaltung. 

 

Ebenfalls mit dabei: die Karnevals-Kollegen der KKG Wehofen mit ihrem charmanten Prinzenpaar. Einen Tag zuvor hatten die Karnevalisten der KKG in ihrem Stadtteil beste Stimmung verbreitet. Nämlich beim Karnevalszug in Wehofen, wohin der VKV seinen Senatorenwagen entsendet hat und einen noch trockenen Samstag-Nachmittag erlebt hat.

 

Die VKV-Showtanzgruppe Sunnies erhielt dank Ehrensenator Daniel Herbers einen Logenplatz im Voerder Karnevalszug. Einen zweiten Karnevalswagen schickte Daniel Herbers direkt mit auf die Voerder Zugstrecke. Auf beiden Motivwagen waren die Mädels sowohl mit Musik als auch mit Wurfmaterial bestens versorgt. Gleiches gilt auch für Wesel: dort nahmen die Voerder Karnevalisten schnell Fahrt auf und meisterten die Zugstrecke beim Rosenmontagszug mit Bravour - natürlich gut getrocknet. 

 

Mit wechselnden Themen und Motiven schicken einige benachbarte Karnevalsvereine ihre Prunkwagen auf die Reise. Die KV Jeck in Hünx´, der HCC Hiesfeld, der DKV Blau-Weiß-Dinslaken, die KG Rot-Gold Dinslaken und die Dinslakener Pinguine ließen es ordentlich Kamelle und Konfetti regnen.  

 

Unsere Karnevalsfreunde der KG We sind wer dor haben ihr aktuelles Sessionsmotto ganz auf ihr aktuelles Stadtprinzenpaar zugeschnitten. Der MGV Eintracht Spellen bot den Voerder Stadtprinzenpaar Rene & Leandra eine exklusive Mitfahrgelegenheit auf einem im Vergleich zum letzten leicht veränderten Motivwagen an. 

 

Die Rasselbande, die Walking Jeck, die Fahneschwenker der Schutterij Sankt Sebastiaan und die Fußballer der Voerder Alkohol-Front (VAF) rund um Pascal Kolator reihten sich ebenfalls in den närrischen Lindwurm ein. Somit war das Gruppen-Teilnehmerfeld von insgesamt vierzig Zuggruppen komplett.

 

Wind & Dauerregen kann uns überhaupt nichts anhaben! - Foto: Dunja Vogel (Lokalkompass Dinslaken / Niederrhein-Anzeiger)

 

Beim von Ralf Rieser moderierten Sektempfang (dieses Mal zeitlich stark eingekürzt auf Grund der vorverlegten Startzeit des Karnevalszuges) wurde einmal mehr deutlich, wie viele Sponsoren, Karnevalsfreunde, Unternehmen und Dienstleister dem Voerder Karnevalsverein zur Seite stehen. Das kürzlich neu eröffnete Seniorenheim Carpe Diem stellte dem VKV für den Empfang seinen Saal zur Verfügung. Dafür herzlichen Dank. Für die Sicherung an den Zufahrten hat Mario Sacco-Raabe die Fahrzeuge der Firma Drekopf in die Voerder Innenstadt disponiert. Neben der Straßenreinigungs-Dienstleistung hat die Firma Drekopf auch die Mülltonnen bereit gestellt, damit das Glasverbot auf der gesamten Veranstaltungsfläche seine volle Wirkung entfalten konnte.

 

Mehrere Firmen haben den VKV wieder finanziell unterstützt oder den Vorstandsmit-gliedern ihre LKW und die gewerblichen Objekte zur Nutzung überlassen. Die Liste der Unterstützer ließe sich beliebig verlängern - allen, die sich für den Erhalt der Voerder Karnevalstradition einsetzen, gebührt gleichermaßen unser herzlicher Dank.

 

VKV Helau - auch beim SV 08/29 Friedrichsfeld. Foto: Dunja Vogel (Niederrhein-Anzeiger / Lokalkompass)

Nochmal: wir sagen unseren Besuchern Danke! Sie haben trotz Dauerregen beim Voerder Karnevalszug Spalier gestanden und sich den widrigen Wetterbedingungen entgegen gestellt. Es war schön, mit Euch/Ihnen zusammen ein paar gesellige Stunden zu verbringen. Vielen Dank dafür, dass Sie mit uns zusammen friedlich-fröhlich gefeiert haben, unsere Gäste waren, so zahlreich gespendet haben und auch dieses Jahr wieder unser Glasverbot so vorbildlich unterstützt haben.

Gerne möchten wir die Tradition unseres Voerder Karnevalszuges fortsetzen - in der Hoffnung, dass im Jahr 2021 nach Überstehen der Corona-Pandemie wieder möglichst unbeschwert gefeiert werden darf. Ein Helfer-Nachtreffen am Aschermittwoch in der Freizeitanlage Möllen bei Hansi Gutjahr war noch möglich - ebenso eine Sitzung des VKV-Vereinselferrates Anfang März 2020 in der Alten Schule in Löhnen in Verbindung mit der Aufnahme zweier neuer Vereinselferratsmitglieder. Im Anschluss daran wurde - noch bevor die Anordnungen der Behörden auf Grund von COVID 19 in Kraft getreten sind - aus Sicherheitsgründen unser Vereinsleben auf "ruhend" gestellt.

 

Wir vom Vorstand haben uns dennoch nur eine kurze Pause gegönnt, arbeiten natürlich im Hintergrund an den Vorbereitungen für die Session 2020/2021 und beenden unseren Rückblick auf den Karnevalszug 2020 mit einem dreifachen Voerde helau - und das Wichtigste: bleiben Sie gesund!

Bildergalerien zum Voerder Karnevalszug:

Wir haben von verschiedenen Vereinsmitgliedern (unter anderem vom Geschäftsführer Dirk Grah) einige Bilder erhalten. Außerdem haben Peter Frömmel (Inhaber Fotostudio Frömmel) und Ulrike Henkemeyer (KG Rot-Gold Dinslaken) dem VKV jede Menge Bilder zur Verfügung gestellt. Diese haben wir in unseren Bildergalerien hinterlegt:

 

Schauen Sie auch in unseren Facebook-Account. Außerdem verweisen wir auf mehrere externe Fotogalerien. Die Links dazu haben wir nachfolgend aufgelistet:

 

Presseartikel:

Die regionalen Zeitungen haben unseren Karnevalszug ebenfalls Revue passieren lassen. In unserer Presseschau verlinken wir direkt auf die örtlichen Zeitungen und die Online-Angebote, da sich das Urheberrecht geändert hat und viele Artikel nur gegen Bezahlung vollständig lesbar sind.